Dienstag, 25. September 2012

Die Rohmilchkutsche


Frisch war sie, direkt vom Bauernhof und mit Stangeneis gekühlt. So wurde noch bis in die siebziger Jahre Vorzugsmilch oder Rohmilch mit von Pferden gezogenen Wagen in Berlin verteilt.
Seit 1976 ist der Wagen, den ich mir auf der Domäne Dahlem angeschaue, museumsreif. Der Herr, der mich führt kannte diese Art der Milchverteilung noch. Wie im Abo wurde damals Haushalt um Haushalt vom Milchmann mit frischer Milch beliefert.

Heute dominieren "H-Milch" und die ebenfalls totgekochte "Längerfrische" mal mit 3,5% Fett oder verdünnt mit 1,5% Fett das Regal im Supermarkt. In Amerika habe ich mal 0,1% fette Milch getrunken, das war weißes Wasser.

Ich freue mich, wenn ich mal zufällig an Rohmilch komme. Meist sind es unscheinbare Flaschen mit in Comic-Sans gesetzten Etiketten. Häufig vom Anbauverband Demeter.
Ich finde sie schmeckt einfach besser: frischer, rahmiger, vollmundiger.
Irgendwann haben wir uns für totgekochte Einheitsmilch aus dem Tetra Pak entschieden – vor 30 Jahren wurde der "Grand Crue" noch an die Tür geliefert.

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